Was ist Cannabistee?
Cannabistee ist eine der möglichen Formen, medizinisches Cannabis anzuwenden – eine Alternative zum Inhalieren von Blüten.
Damit die Wirkung voll zur Geltung kommt, gibt es bei der Zubereitung einige Punkte zu beachten. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie Cannabistee hergestellt wird, für wen er geeignet sein kann und welche Angaben auf einem Rezept vermerkt sind.
Herstellung: Blätter, Blüten oder Stängel?
Medizinischer Cannabistee wird aus Cannabisblüten zubereitet. Diese erhältst du in der Apotheke auf Rezept; meist sind sie bereits zerkleinert, gelegentlich liegt ein Dosierlöffel bei, und die genaue Menge findest du auf dem Rezept oder in der ärztlichen Gebrauchsanweisung.
Für die Zubereitung benötigst du:
- zerkleinerte Cannabisblüten
- Wasser
- Honig zum Süßen (optional)
- Kochtopf
- Teesieb, Teebeutel oder Filterkanne
Schritt-für-Schritt: Hanftee selber machen
Damit Cannabistee wirkt, reicht es nicht, ihn nur mit heißem Wasser zu übergießen. Die Blüten müssen gekocht werden – in der Regel mindestens 15 Minuten. Erst so kommt es zur Decarboxylierung, also zur Aktivierung der Wirkstoffe.
Zuerst die zerkleinerten Blüten in kochendes Wasser geben und etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen – so entfalten sich die Wirkstoffe. Anschließend den Tee kurz abkühlen lassen und noch warm trinken.
Da der Geschmack oft etwas herb ist, kannst du nach Belieben süßen, beispielsweise mit Honig, der die Bitterstoffe angenehm ausgleicht.
Wenn du über den Tag mehrere Tassen trinken möchtest, bereite den Tee am besten direkt auf Vorrat zu und halte ihn in einer Thermoskanne warm – so hast du ihn jederzeit griffbereit.
Tipp: Vom Hinzufügen von Fett (wie Öl oder Butter) beim Kochen raten Fachleute ab. Das kann die Aufnahme der Cannabinoide verändern und Nebenwirkungen verstärken.
Decarboxylierung – warum sie so wichtig ist
Cannabisblüten enthalten in ihrem ursprünglichen Zustand keine direkt wirksamen Cannabinoide, sondern deren Vorstufen – die sogenannten Cannabinoidsäuren.
Erst durch Hitzeeinwirkung spalten sich Molekülgruppen ab, wodurch Verbindungen wie THC oder CBD in ihre aktive Form übergehen. Ohne diesen Prozess könnte der Tee seine typischen Effekte nicht in vollem Umfang entfalten. Daher gilt das Erhitzen über einen ausreichend langen Zeitraum – in vielen Quellen wird von mindestens 15 Minuten gesprochen – als ein wesentlicher Schritt, um die gewünschte Aktivierung der Inhaltsstoffe zu ermöglichen.
Für wen eignet sich Cannabistee?
Cannabistee kann sinnvoll sein, wenn du von der Wirkung der Blüten profitieren möchtest, aber nicht inhalieren willst.
- Wirkungseintritt: verzögert nach etwa 30–90 Minuten
- Wirkdauer: deutlich länger, etwa 4–8 Stunden
- Besonders geeignet bei Beschwerden wie Schlafstörungen
- Vorteil: Schonend für die Atemwege, da kein Rauch oder Dampf entsteht
Wenn es auf schnelle Wirkung ankommt, ist das Inhalieren über einen Vaporizer die bessere Wahl.
Rezept für Cannabistee
Seit 2017 dürfen Ärzt:innen in Deutschland Cannabisblüten zur Teezubereitung verschreiben.
Auf dem Rezept für Cannabis muss immer die genaue Sorte angegeben sein. Häufig findet man darauf auch den Hinweis „NRF 22.14.“, was bedeutet, dass die Blüten in der Apotheke bereits zerkleinert und gesiebt wurden – man spart sich also das mühsame Vorbereiten zu Hause. Außerdem dürfen auf dem Rezept die THC-Menge sowie eine klare Dosierungsanweisung nicht fehlen, damit die Einnahme sicher und genau nach Plan erfolgen kann. So ist sichergestellt, dass Patient:innen die richtige Menge in der passenden Form erhalten.
FAQs
Was ist Cannabistee?
Medizinischer Cannabistee wird aus zerkleinerten Blüten gekocht. Er wird mindestens 15 Minuten geköchelt, kurz ziehen gelassen, noch warm getrunken.
Wie lange dauert es, bis Cannabistee wirkt?
Die Wirkung setzt oft nach 30–90 Minuten ein und hält ca. 4–8 Stunden an.
Wie viel Cannabistee am Tag ist erlaubt?
Die genaue Menge findest du auf deinem Rezept oder in der ärztlichen Gebrauchsanweisung.